Boa Arten in Haltung
BCC Ecuador

Boa constrictor constrictor Ecuador
Wissenschaftlicher Name: Boa constrictor constrictor
Trivialnamen: Amazonas Rotschwanzboa, bzw. "Schwarzbauchboa" bei der Lokalvariante Boa c. melanogaster
spanischer Name in Ecuador: Matacaballo amazónica, wörtlich übersetzt: Amazonische Pferdetöterin, was auf einer Volkslegende beruht.
Vorkommen:
• hauptsächlich im Amazonasgebiet östlich der Anden von Ecuador,
• zum Teil in Norden von Peru
• wenige Exemplare wurden im Süden von Kolumbien entdeckt.
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Beschreibung der Art:
Von den Ecuador Boas gibt es 2 bekannte Linien:
Die "Klaus Bonny"-Linie: Die bekannteste und am längsten konstant nachgezogene Linie in Europa. Sie geht auf alte Importe zurück und repräsentiert die klassische, kontrastreiche Boa c. constrictor aus dem ecuadorianischen Amazonas-Tiefland
2. Die "Langhammer/Melanogaster"-Linie:
Die Erstbeschreibung erfolgte 1983 durch James K. Langhammer in der Fachzeitschrift Tropical Fish Hobbyist. Die Tiere stammen vom Osthang der Anden in Ecuador. Man findet sie aber auch in Nord-Peru. Der Name melanogaster bezieht sich auf den oft auffällig dunklen oder schwarzen Bauch dieser Lokalform (Schwarzbauchboa), der mit zunehmendem Alter entsteht.
Hier sind die Sattelfleckem oft miteinander verbunden, es gibt auch hier Ausnahmen, es ist also kein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Der Schwanz ist nicht so kirschrot gefärbt wie z.B. bei Surinam Boas, sondern eher mahagonirot – also etwas dunkler. Witwenspitzen bzw. fledermausartig ausgeprägte Sattelflecken sind die Ausnahme.
Moderne Standardwerke und genetische Vergleiche erkennen keine eigenständige Unterart an. Die Population wird schlicht als Boa c. constrictor "Ecuador" geführt. Bei den sogenannten „melanogaster“ Boas geht man heute von einer lokalen Farbvariante aus. Darüber hinaus gibt es auch hellere, und mehr gelbgeprägte (high yellow) Linien, die durch selektive Zucht erzielt wurden.

Größe: Männchen bis 2,20m, Weibchen bis 2,50 und mehr
Schutzstatus: WA II – somit von der Meldepflicht befreit
Verhalten: Eher ruhige Tiere, insbesondere wenn man sie als Babys aufgezogen und an das Handling gewöhnt sind. Babys sind am Anfang noch ängstlich und fauchen ganz gerne. Ecuador Boas sind wie fast alle Boaarten besonders in den Abendstunden und nachts aktiv – gerne lauernd, am liebsten von einer erhöhten Ablage aus. Mein Männchen badet zudem gerne und ausgiebig und setzt dann seinen Kot im Becken ab.
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel, auch für ambitionierte Einsteiger geeignet.
Temperatur: tagsüber 27- 30 Grad, mit Spot 32 Grad, nachts 22 Grad (Jungtiere 2-3 Grad wärmer)
Haltung: Geräumiges Terrarium mit Klettermöglichkeiten und Versteckplätzen im warmen und kühleren Bereich des Terrariums. Zierkorköhren werden gerne angenommen. Ein erhöhter waagerechter Liegeplatz (Balkon) ist sehr beliebt und verschafft der Boa eine „sichere“ und muskelentspannte Lauermöglichkeit! Denn am Boden lauern instinktiv die Prädatoren! Hier wird sich auch gerne gepaart.
Wasserbecken: Sollte ausreichend groß sein, damit die Boa bei Bedarf auch ausgiebig baden kann. Wasser ist regelmäßig zu wechseln und das Becken ist vor neuer Befüllung zu desinfizieren und ausreichend mit klarem Wasser auszuspülen.
Futter: Babyboas etwa alle 10 Tage eine Maus, subadulte: alle 3 Wochen eine Ratte
Adulte Boas alle 3 – 5 Wochen eine große Ratte, eventuell auch mal 1 Kaninchen. Powerfeeding ist zu unterlassen, das schädigt langfristig die Organe und schwächt das Immunsystem.
Fütterungszeit: möglichst abends, um die Tiere zu konditionieren und tagsüber stressfrei zu halten. Hilft enorm beim Handling.
Luftfeuchtigkeit: 50 – 70% - gelegentlich abends Terra mit warmem! Wasser besprühen aber nicht völlig einnässen!

Geschlechtsreife: Männchen 3-4 Jahre, Weibchen 4-5 Jahre.
Ich rate dringend davon ab das Weibchen zu früh zu verpaaren, nur um schnellstmöglich Nachwuchs zu erzeugen.
Grund: es können schwache (klein gewichtige) Babys und viele unbefruchtete Eier entstehen. Das Muttertier kann sich zu stark entkräften, ggf. langsamer wachsen und sich für künftige Geburten nachhaltig schwächen.
Persönliche Anmerkung: Ich verpaare kein Weibchen, das nicht mindestens 6 Jahre alt ist.
Beim Weibchen ist eine ausreichende Substanz sehr wichtig - neben dem Alter.
Aktuell (März 2026) hat sich mein Weibchen das 1. Mal nach 8 Jahren gepaart, bei einem Gewicht von ca. 8 kg.
Das Männchen ist 7 Jahre alt und wiegt etwa 3,8 kg.
Bitte kein "Mästen/Powerfeeding", um das Weibchen schnellstmöglich auf Substanz zu bringen!
Es muss mit Leberverfettung, eventueller Unfruchtbarkeit bzw. schlechter Befruchtung oder genereller Paarungsunlust gerechnet werden.